Bauen Sie Ihre eigenen Tomaten an. Die eigene Ernte der Paradiesfrüchte schmeckt am besten!

Die Tomate gelangte im 16. Jahrhundert im Zusammenhang mit den Entdeckungsreisen über Spanien in unsere Länder. Ihre Heimat ist Südamerika, wahrscheinlich Mexiko. Die dortigen Bewohner genossen Tomaten bereits zu Zeiten, als der Beginn unserer Zeitrechnung noch in weiter Ferne lag. In Europa betrachteten die Menschen sie zunächst misstrauisch und hielten sie für eine Zierpflanze. Ihren Weg auf den Teller fanden Tomaten erst viel später.

Die Tomate ist ursprünglich eine mehrjährige Pflanze

In Südamerika finden Sie noch heute die Vorfahren der heutigen Tomaten aus der Familie der Nachtschattengewächse in freier Natur. Es sind üppige, reich verzweigte, kriechende Pflanzen mit kleinen Früchten von der Größe einer Johannisbeere oder einer kleineren Kirsche. Bei uns wird die Tomate als einjährige Pflanze kultiviert, weil sie frostempfindlich ist. In ihrer Heimat kann sie jedoch als mehrjährige Pflanze wachsen.

Wildtomaten gelangen in den letzten Jahren als Anbauraritäten zu uns. Sie sind sehr anspruchslos und widerstandsfähig. Sollten sie doch von einer Krankheit oder einem Schädling beschädigt werden, treiben sie problemlos wieder aus. Die winzigen Früchte sind schmackhaft, ihre Ernte ist jedoch zeitlich recht aufwendig und die Miniatur-Tomaten platzen häufig auf. Besonders für Kinder ist eine solche Tomate jedoch ein großes Erlebnis. Die heutigen Cherry-Tomatensorten (z.B. Lupitas F1) gehören zu den engsten Nachkommen, die bei der Züchtung der Wildtomate entstanden sind.

Ist die Tomate Gemüse oder Obst?

Die meisten Menschen ordnen die Tomate wohl automatisch dem Gemüse zu. Streitigkeiten zu diesem Thema werden aber schon seit mehr als 100 Jahren geführt und es herrscht immer noch keine völlige Klarheit. Sogar in einem Gerichtsverfahren Ende des 19. Jahrhunderts in den USA wurde die Tomate zum Gemüse erklärt. Allen hat jedoch die Europäische Union den Kopf verdreht, als sie im Jahr 2001 die Tomate ausdrücklich zum Obst zählte, aber Achtung, nur für Zwecke der Marmeladenherstellung. Die Frage der allgemeinen Zugehörigkeit der Tomate zu Obst oder Gemüse bleibt somit weiterhin ungelöst.

Tomaten sind gesund

Tomaten enthalten vor allem Vitamin C, aber auch A, B1, B6, Folsäure, Magnesium und viele weitere wichtige Elemente. Im Zusammenhang mit Tomaten wird viel über das gesundheitsfördernde Lycopin gesprochen, in dem sich gerade Vitamin A verbirgt. Lycopin aus Tomaten ist für den Organismus nach thermischer Behandlung besser verwertbar, wodurch sich allerdings der Vitamin-C-Gehalt verringert. Tomaten sollten daher sowohl roh als auch gekocht oder gebraten verzehrt werden. Auch Tomatenschalen sind gesund. In der indianischen Heilkunde wird Tomatensaft äußerlich bei Hautentzündungen angewendet. Bei uns finden Sie ihn in einigen Kosmetikprodukten, wo er zur Reduzierung von Falten und Pigmentflecken dienen soll.

Tomaten in der Küche

  • Geben Sie Tomaten nicht in den Kühlschrank, ihr Geschmack würde darunter leiden.
  • Lagern Sie sie mit dem Stielansatz nach oben bei Raumtemperatur und verbrauchen Sie sie innerhalb weniger Tage.
  • Überschüssige Ernte können Sie zu Ketchup und Püree verarbeiten oder auch trocknen.
  • Frieren Sie Tomaten nicht ein, sie würden Geschmack und Konsistenz verlieren.

Stabtomaten oder Buschtomaten?

Meistens werden in Gärten Stabsorten (z.B. Aurea F1) angebaut, die an eine Stütze gebunden werden. Sie zeichnen sich durch einen ständig wachsenden Haupttrieb aus. Buschtomaten (z.B. Philovita, Roma) haben ein begrenztes Wachstum, das mit einem Blütenstand endet, die Pflanze wächst dann mit weiteren Seitentrieben weiter. Die konkrete Sorte können Sie nach Farbe (Rottöne, Orange, Gelb, Violett, Grün, Schwarz), nach Form (rund, fasförmig, birnenförmig, Cherry, Dattel usw.) auswählen, aber auch nach Eigenschaften, die durch die Beschaffenheit des Fruchtfleisches gegeben sind (für Salate, für Ketchup, zum Füllen, Fleischtomaten, zum Trocknen usw.).

Welches Saatgut wählen?

Der Auswahl der Samen sollte große Aufmerksamkeit gewidmet werden. Die Züchtung hat nicht nur zu verschiedenen Farben und Formen der Früchte geführt. Die Pflanzen können sich auch in ihren Eigenschaften, der Resistenz gegen Krankheiten und den Anbauerfordernissen stark unterscheiden. Bei hochwertigem Saatgut haben Sie die Gewissheit, dass Sie vom Ergebnis nicht enttäuscht werden, sofern Sie der Tomate geeignete Wachstumsbedingungen bieten.

Grundsätze für eine reiche Tomaten-Ernte

  • Tomaten brauchen Wärme, einen sonnigen Standort, nährstoffreichen Boden und Bewässerung an trockenen Tagen.
  • In kühlen Regionen ist es besser, Tomaten im Gewächshaus oder Folientunnel anzubauen.
  • Für die Vorkultur eigener Setzlinge zu Hause am Fenster säen Sie die Samen von Februar bis März aus.
  • Pflanzen Sie Tomaten erst nach den Eisheiligen ins Freie.
  • Setzen Sie die Setzlinge tiefer in die Erde, ruhig auch mit den unteren Blättern, damit fördern Sie die Entwicklung eines kräftigen Wurzelsystems.
  • Tomaten kommen nicht ohne Düngung aus, im Herbst wird empfohlen, Mist in die Beete einzuarbeiten. Bei der Pflanzung kann granulierter Dünger oder Kompost verwendet werden, während der Vegetationsperiode hat sich die Düngung mit Gießlösung bewährt (zunächst Kristalon START bis zum Beginn der Blüte, danach Kristalon PLOD a KVĚT).
  • Mulchen Sie das Beet mit Vlies, gehäckseltem Stroh oder geschnittenem Gras.
  • Stabtomaten müssen regelmäßig am Stab angebunden und die Seitentriebe, die aus den Blattachseln wachsen, von Hand ausgegeizt werden (bei Verwendung einer Schere besteht die Gefahr der Krankheitsübertragung).
  • Bei Buschtomaten müssen Sie die Seitentriebe nicht entfernen. Triebe, die Früchte tragen, sollten besser gestützt werden. Sie neigen sich unter dem Gewicht der Früchte oft zum Boden und die Tomaten können zu faulen beginnen.
  • Gießen Sie Tomaten niemals über das Blatt, denn sie leiden unter Kraut- und Braunfäule und bei erhöhter Feuchtigkeit steigt das Befallsrisiko. Sie erkennen sie an typischen braunen Flecken auf Blättern, Stängeln und Früchten. Vorbeugend können Sie Präparate wie Acrobat, Ridomil, Kuprikol usw. verwenden. Wenn die Kraut- und Braunfäule ausgebrochen ist, greifen Sie zu Dithane. Falls Sie in Ihrem Garten keine Chemie verwenden möchten, setzen Sie auf Bioton oder Bioan.
  • Bei starkem Fruchtansatz bei Stabtomaten ist eine Reduzierung sinnvoll, wodurch Sie die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass die verbleibenden Früchte noch ausreifen. Entspitzen Sie die Pflanze nach der siebten oder achten Blütenrispe.

Warum haben Tomaten aus dem Supermarkt keinen Geschmack?

Wenn Sie die Möglichkeit haben, bauen Sie Ihre eigenen Tomaten an. Schön in der Sonne in nährstoffreichem Boden. Sie werden vielleicht nicht so schön wie aus dem Laden sein, aber sie werden garantiert besser schmecken. Industriell angebaute Tomaten wachsen normalerweise in riesigen Gewächshäusern in unfruchtbaren Substraten, die nur mit Düngerlösung versorgt werden. Es werden speziell gezüchtete Sorten verwendet, die langsam verderben, aber geschmacklich zurückbleiben.

Und gute Nachrichten auch für diejenigen, die keinen Garten haben - Tomaten können Sie auch auf dem Balkon anbauen! Sie können herkömmliche Stabtomaten-Sorten ausprobieren, die Sie in große Säcke pflanzen, oder wählen Sie sehr pflegeleichte Buschtomaten-Sorten, die als Balkontomaten bezeichnet werden. Sie haben einen niedrigeren oder hängenden Wuchs und sind speziell gezüchtet, um auch in Balkonkästen und kleineren Gefäßen gut zu gedeihen.