Die Antwort ist das Timing. Bereits bei der Auswahl des Saatguts ist es wichtig, auf die Keimzeit und die Anzuchtdauer zu achten. Die meisten Kräuter keimen innerhalb von 5 Tagen nach der Aussaat und können bereits nach 14 Tagen vollwertig geerntet werden. Ein weiteres Umtopfen entfällt, da sie in einem Topf kultiviert werden können. Tomaten oder Paprika hingegen benötigen eine längere Keimperiode und häufiges Umtopfen, weshalb sie auf der Fensterbank deutlich länger brauchen.

Ein wichtiger Faktor für eine erfolgreiche Aussaat ist ausreichend Licht. Nordfenster sind ungeeignet. Es mag scheinen, dass ein Südfenster die ideale Position wäre, aber Vorsicht! Die intensive Frühlingssonne kann die Pflanzen leicht verbrennen. Kleine, zarte Pflanzen sind nicht in der Lage, sich so intensiv zu regenerieren, und in Kombination mit Gewächshausbedingungen könnte diese Exposition für sie verhängnisvoll sein. Ideal sind nach Südosten ausgerichtete Fenster. Wenn du solche Fenster in der Wohnung nicht hast, musst du die Pflänzchen vor dem intensiven Licht schützen.

Januar ist die beste Zeit für die Anzucht vieler Pflanzenarten (Pelargonien, Paprika, Sellerie, Bananenpflanze...), aber draußen wird bei unseren Temperaturbedingungen sicherlich nichts keimen. Du musst den Aussaaten ausreichend Wärme bieten. Die optimale Temperatur, die für fast alle Arten universell ist, liegt bei 20 – 25 °C.

Neben Wärme benötigen die Pflänzchen auch Feuchtigkeit. Die Heizung ist zwar eine ideale Wärmequelle, aber die trockene Luft, die sie abgibt, reduziert die Luftfeuchtigkeit im Raum erheblich. Bereite also unbedingt ein Mini-Gewächshaus, eine durchsichtige Folie oder eine Schale mit transparentem Deckel für die Aussaaten vor.

Wie sät man richtig aus?

Ein hervorragender Tipp für die Aussaat ist ein Mini-Gewächshaus in Kombination mit Torftabletten. In die Tabletten werden die Samen einzeln gesetzt. Wenn die Pflanzen heranwachsen und es Zeit zum Umtopfen ist, musst du die Pflanzen nicht mühsam umpflanzen und befürchten, sie dabei zu beschädigen. Das Pflänzchen durchwurzelt die Tablette und du setzt sie einfach komplett in einen größeren Topf um. Für Liebhaber der „Arbeit auf die alte Art" genügen Aussaatsubstrat, Samen, eine Saatschale und geschickte Hände.

Säe die Samen immer nach Anleitung auf der Verpackung aus. Das automatische Bedecken der Samen mit einer Substratschicht kann dazu führen, dass die Pflanzen nicht keimen. Wenn du Pflanzen mit harter Schale aussäen möchtest, ist es notwendig, sie leicht mit Schmirgelpapier anzuschleifen und vor der Aussaat in warmem Wasser quellen zu lassen. Wähle ein luftiges, durchlässiges Substrat mit Torfanteil und Beimischung von Sand oder Perlit – ideal ist ein spezielles Aussaatsubstrat, ergänzt z.B. mit Perlit. Nach gründlichem Bewässern dürfen die Aussaaten nicht vollständig austrocknen. Gegen Austrocknung ist es ratsam, die Aussaatgefäße mit Folie zu überziehen, mit einem durchsichtigen Deckel zu versehen oder in Mini-Gewächshäuser zu stellen.

Kontrolliere die Aussaaten täglich. Die häufigsten Ursachen für Misserfolge sind vernässtes Substrat, Austrocknung der Aussaat, zu niedrige oder zu hohe Temperatur (bei kälteliebenden Arten), unzureichende Belüftung (verhindert die Entwicklung von Schimmel und das Umfallen von Keimlingen) oder Aussaat in direkter Sonne. Vergiss nicht das Gießen oder Besprühen mit einem Zerstäuber. Gieße die Pflanzen IMMER mit abgestandenem Wasser bei Raumtemperatur!

Wenn du diese paar Regeln befolgst, kannst du nie auf Misserfolg stoßen.

Viel Erfolg beim Anbau!